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Fährterminal

Portugal - Lissabon

Ein neues Fährterminal für Lissabon

Die sinnliche Verankerung des Bauwerks an seinem Ort, das spezifische Gewicht des Lokalen, die Auseinandersetzung mit den vorhandenen Bewegungslinien und deren Verknüpfung mit dem neuen multifunktionalen Fährterminal bilden die Grundlagen dieses Entwurfes. Er beruht auf einer expressiven Formsprache, die den Funktionssträngen nicht nur folgt, sondern sie zugleich formt und abbildet.

Dabei spielt die gewählte Lage meines Entwurfes eine bedeutende Rolle. So bilden der nördlich befindende Hauptbahnhof und das Militärmuseum mit dem neuen Fährterminal eine städtebauliche Komposition, die den Zwischenraum definiert und ihm den nötigen Halt verleiht, um zu einem repräsentativen Vorplatz zu werden. Eine Drehscheibe, die zwischen den infrastrukturellen Einrichtungen vermitteln soll. An der nördlichen Seite befindet sich der Busbahnhof, Stellflächen für Taxen, Kurzparker, Lieferanten und den großzügigen Haupteingang mit dem einladenden Vordach zum Terminal.

Die Südseite hingegen ist komplett dem verwaltungsstrukturellen Faktor unterbunden. Über eine Schleuse gelangt der Zulieferverkehr auf die Andienungsebene der Schiffe. Allein die tragenden Kerne bilden den Charakter dieser offenen Ebene.

Die Hafenverwaltung, -polizei, -ärztliche Behörde, Fundbüro, Gepäckannahme bilden den ersten Strang, der aus den vorhandenen Gehwegen herauswächst. Parallel zu ihm, verläuft an der Straße der zweite Strang. Er leitet die Besucher von der Südseite ins Gebäude ein und beinhaltet Verkaufsflächen, Reisebüros, Schließfächer und weitere Funktionsflächen. Zugleich folgt er mit seiner leicht gekrümmten Form dem Straßenverlauf und begleitet somit die Autofahrer und Fußgänger, die sich entlang des Gebäudes bewegen. Über den Anfang dieses Stranges, gelangt man auch über eine Rampe auf die untere Ebene zu den öffentlichen Parkplätzen.

Zum wesentlichen Bestandteil meines Entwurfes gehört die Revitalisierung der vorhandene Waterfront. Sie wird neu geformt und fließt als dritter Strang ins Gebäude mit ein. Als Promenade für Besucher, Reisende und Wartende kann man das Gebäude in seiner vollen Länge erleben. Der weite Weg wird mit einem Design-Restaurant belohnt, man hat hier die Möglichkeit ins Gebäude einzutreten oder den Weg zurück zu wählen. Rauminhaltlich befinden sich in diesem Strang westlich das Grenz- und Ausländeramt mit dem Eingang/Ausgang zu den Parkplätzen und die erste von zwei Wartehallen für die Reisenden. Die zweite Wartehalle ist die Fortführung des zweiten Stranges, der im Erdgeschossbereich zurückspringt und dadurch das einladende Vordach ausbildet.

Der letzte Strang verbindet die städtische Ebene mit der weltlichen Ebene. Ein Brückenschlag als Sinnbild der Vereinigung und Verankerung. Das Gebäude wird zum Bestandteil der Stadt!

Der städtische Inhalt wird durch ein Museum mit Wechselausstellung verkörpert, der weltliche Inhalt als große Terminalhalle, Mall, mit den Check-In-Bereichen und den Verkaufsflächen. Als Herzstück und einleitendes Element vervollständigt die Philharmonie den multifunktionalen Terminal und trägt zur Belebung des Gebäudes bei „nicht-Transfer“ bei.

Details

  • Bearbeiter: Sebastian Metz
  • Studienarbeit 2011